Notfallmedizin
Bluttransfusion
Als Sie bereits auf dem Weg der Besserung zu sein schien, ist kürzlich bei einer Patientin über Nacht eine starke Magen-Darm-Blutung aufgetreten. Dank der Blutspende einer Labrador-Hündin war die Lebensgefahr rasch gebannt und die Patientin konnte bereits am nächsten Tag wieder wedeln.
Einige Tage später kam in der Laboruntersuchung dann noch raus, dass ein Befall mit dem französischen Lungenwurm (Angiostrongylus vasorum) wohl der Grund für die reduzierte Blutgerinnung bei dieser Patientin war. Wir empfehlen Ihnen deshalb die regelmässige Entwurmung mindestens alle vier Monate oder monatlich falls Sie auch bezüglich Herz- und Lungenwürmern ganz sicher sein wollen.

Während die 25 kg schwere Blutspenderin ausser einem kleinen Stich nichts von den 100ml weniger Blut spürte war diese Menge für die Empfängerin mit 4kg Gewicht matchentscheidend. Der Hämatokrit wurde mit der Transfusion von 9% auf 17% angehoben. In den Tagen danach hat die Patientin dann selbst genügend rote Blutkörperchen produziert für einen weiteren Anstieg auf 26%.

Hunde besitzen unterschiedliche Blutgruppen. Bei der ersten Transfusion spielt das keine Rolle aber weil wir wussten, dass die Patientin bereits früher einmal eine Transfusion erhalten hatte, wurde mittels einer Kreuzprobe überprüft, dass das gespendete Blut verträglich war. Dies ist entscheidend für eine sichere Transfusion.

Anfangs wurde die Bluttransfusion langsam gestartet und die Atmung, Herzfrequenz und der Blutdruck der Patientin sorgfältig überwacht. Nach einer Viertelstunde konnte dann die Transfusionsgeschwindigkeit gesteigert werden.

Damit der Abend auch aus Labradorsicht positiv endete bekam die Spenderin eine leckere Mahlzeit. Ob der Appetit der Empfängerin am nächsten morgen so aussergewöhnlich gut war weil sie eben Labrador-Blut erhalten hat bleibt spekulativ ;-). Wie auch immer, wir alle haben uns sehr über den positiven Verlauf gefreut.

Vergiftungen
Mit der Weihnachtszeit kommen neben all den schönen Dingen auch einige Gefahren auf Hunde und Katzen zu. Während wir Menschen Backen und den Christbaum schmücken, ergeben sich für unsere Vierbeiner teilweise gefährliche kulinarische Verlockungen.
Bei Hunden steht die Aufnahme von Schokolade im Vordergrund. Diese ist wegen des enthaltenen Theobromins giftig. Bei einem 10kg schweren Hund kann ab einer aufgenommenen Menge von 400 Gramm Milch- respektive 100 Gramm Kochschokolade eine tödlich endende Vergiftung resultieren. Die Vorstellung beim Tierarzt wird bereits ab der Aufnahme von 100 Gramm Milch- respektive 20 Gramm Kochschokolade empfohlen. Dies sind nur Richtwerte, im Zweifelsfall dürfen sich TierbesitzerInnen jederzeit im Notfall melden.
Die Symptome einer Theobromin-Vergiftung (Unruhe, Hyperaktivität, vermehrtes Trinken und Harnabsatz, unwillentlicher Harnverlust, Erbrechen) beginnen eine Stunde nach der Aufnahme.

Wenn ein Hund innerhalb von 60 Minuten nach der Aufnahme zum Erbrechen gebracht wird, (Hausmittel klar nicht empfohlen! Immer Konsultation in einer Tierarztpraxis zu empfehlen) führt dies zur Ausscheidung von ca. 60% der aufgenommenen Menge, nach mehr als 6 Stunden gilt das Auslösen von Erbrechen generell als nicht erfolgsversprechend. Schokolade kann diesbezüglich aber eine Ausnahme sein.
Aufpassen ist auch wichtig, wenn Butter herumsteht. Dieser kann bei Hunden in grösseren Mengen zu einer Bauchspeicheldrüsenentzündung führen.
Für Katzen ist Schokolade in ähnlichem Ausmass toxisch, wobei diese Schokolade weniger häufig aufnehmen als Hunde. Besonders bei jungen Katzen kann es jedoch vorkommen, dass sie herumliegende Lamettareste und ähnliches aufnehmen, welche dann als Fremdkörper zu einem Darmverschluss führen können.
Meist ohne Schaden am Tier ausgehend, aber unerfreulich für die Tierhaltenden, sind solche Szenarien, welche vor allem bei Katzen vorkommen...
